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04.05.2026
AGDW - Die Waldeigentümer: Start der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Nationalen Wiederherstellungsplan: AGDW fordert grundlegende Kurskorrektur
Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer warnt vor erheblichen Auswirkungen der EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) auf die forstwirtschaftliche Praxis in Deutschland. In der vorliegenden Form führt die WVO zu massiver Verunsicherung in den Forstbetrieben und schränkt den klimaangepassten Waldumbau ein.
„Gerade in einer Phase, in der die Waldeigentümer angesichts großer Ungewissheiten im Zuge des Klimawandels besonders auf Planungssicherheit angewiesen sind, wird durch zusätzliche regulatorische Unklarheit genau das Gegenteil bewirkt“, erklärt AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter. „Das schwächt die Handlungsfähigkeit der Betriebe und ist weder sachgerecht noch verantwortbar.“
Besonders kritisch bewertet die AGDW den laufenden Prozess zur Erstellung des Nationalen Wiederherstellungsplans, dessen Entwurf vor wenigen Tagen in die Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben wurde. Während zentrale Fragen der praktischen Umsetzung wie die Zukunftsfähigkeit der Lebensraumtypen (LRT) oder die Ist- und Zielzustände der Wald-Indikatoren und die Finanzierung weiterhin ungeklärt sind, wird die nationale Umsetzung der WVO mit hohem Tempo vorangetrieben. „Statt gemeinsam mit der Wissenschaft und den Landnutzern zukunftsorientierte praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, entsteht der Eindruck eines administrativen Aktionismus, der die Realitäten einer dynamischen Umwelt nur unzureichend berücksichtigt“, so Prof. Bitter.
Der Start der Öffentlichkeitsbeteiligung ist umso fragwürdiger, da die CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine vollständige Neuaufsetzung der Verordnung fordert. „Die Forderung der Unionsfraktion nach einer grundlegenden Überarbeitung der WVO ist ausdrücklich zu begrüßen und ein notwendiges wie überfälliges Signal von CDU und CSU an den ländlichen Raum“, erklärt Prof. Bitter. „In ihrer jetzigen Form ist die Verordnung weder praxistauglich noch verhältnismäßig und gefährdet bewährte Strukturen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung.“
Die AGDW fordert – wie auch vor kurzem der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und damit die gesamte deutsche Forstwirtschaft – eine Aussetzung der laufenden Umsetzungsschritte, um Raum für eine substanzielle Überarbeitung auf europäischer Ebene zu schaffen. „Es braucht jetzt eine realistische Neuausrichtung, die ökologische Ziele in zukünftig anpassungsfähige Waldökosysteme übersetzt und praktische Umsetzbarkeit mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit in Einklang bringt“, so Prof. Bitter.
Über AGDW – Die Waldeigentümer
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW – Die Waldeigentümer) vertritt die Interessen des Privat- und Körperschaftswaldes gegenüber Parlamenten, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Mit ihren 13 regionalen Mitgliedsverbänden steht die AGDW für mehr als zwei Drittel der Waldfläche Deutschlands und die rund 2 Millionen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Eine proaktive Waldbewirtschaftung ist für uns Grundlage nachhaltigen Handelns in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir lassen uns leiten vom generationenübergreifenden Verantwortungsbewusstsein für eine in Freiheit und Vielfalt gestaltete Umwelt.
Pressemitteilung der AGDW - Die Waldeigentümer vom 04.05.2026