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DFWR: Der Wald der Zukunft braucht Freiheit, keine Fesseln

Der Wald der Zukunft braucht Freiheit, keine Fesseln
Wiesbadener Erklärung zur WVO: DFWR fordert Rechtssicherheit für Waldumbau, gesicherte Finanzierung und Vertrauen statt unrealistischer Vorgaben


Wiesbaden, 28.04.2026 – Anlässlich seiner 76. Jahrestagung in Hessen hat der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) die „Wiesbadener Erklärung“ verabschiedet. Mit dieser Erklärung macht der Dachverband der organsierten Deutschen Forstwirtschaft deutlich, dass zentrale Bewertungsmaßstäbe und Zieldefinitionen der EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) bislang unklar sind.

Der DFWR fordert daher:

• eine stärkere Berücksichtigung der Klimadynamik
• flexible, zukunftsorientierte Zielansätze
• rechtssichere Rahmenbedingungen für den Waldumbau
• Verzicht auf zusätzliche ordnungsrechtliche Verschärfungen
• eine verlässliche Finanzierung auf EU-Ebene
• die frühzeitige Einbindung von Praxis und der Waldbesitzern

„Wir brauchen eine Verordnung, die den Wald der Zukunft ermöglicht und keine, die an alten Zielzuständen festhält und die Dynamik des Klimawandels weitgehend ausblendet. Deshalb braucht es eine grundlegende Überarbeitung der EU-Wiederherstellungsverordnung“, erklärt DFWR-Präsident Christian Haase. „Wenn notwendiger Waldumbau rechtlich zum Risiko wird, gefährden wir die Stabilität unserer Wälder und die Investitionen der Waldbesitzer. Bei angedachten Maßnahmen wird zwar stets die Freiwilligkeit betont, die Debatten um die Umsetzung von Natura 2000 in der Vergangenheit lehrten uns jedoch schmerzlich: Betonte Freiwilligkeit ist oft nur ein Zwischenschritt zur Verpflichtung.

Abschließend ergänz Haase: „Wer solche Verpflichtungen formuliert, muss auch sagen, wie sie finanziert werden sollen. Diese Mittel sind bislang nicht hinterlegt. Ambitionierter Umweltschutz muss finanzierbar sein, Waldbesitzer mitnehmen und ihnen das notwendige Vertrauen entgegenbringen. Nur akzeptierter Umweltschutz wird wesentliche Verbesserungen in der Fläche bringen.“

Der DFWR unterstützt ausdrücklich das Ziel, Biodiversität zu stärken und Wälder widerstandsfähiger zu machen. Forstwirtschaft und Naturschutz verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: stabile und zukunftsfähige Wälder. Gleichzeitig stehen Wälder bereits heute durch Dürre, Extremwetter und Schädlinge massiv unter Druck. Waldbesitzer und Forstleute arbeiten intensiv daran, ihre Wälder an den Klimawandel anzupassen und langfristig zu stabilisieren. Die aktuelle Ausgestaltung der WVO droht, diese Anstrengungen zu unterlaufen und teilweise sogar zurückzudrehen.

Ingmar Jung, hessischer Landwirtschaftsminister und somit Gastgeber der Jahrestagung erklärt: „Unsere Wälder stehen vor großen Herausforderungen. Gerade deshalb vertrauen wir denjenigen, die sie seit Generationen verantwortungsvoll bewirtschaften. Die deutsche Forstwirtschaft handelt nachhaltig im Interesse der gesamten Gesellschaft und darf nicht durch zusätzliche Bürokratie oder rückwärtsgewandte Vorschriften behindert werden. Unser Ziel sind klimastabile und zukunftsfähige Wälder. Dafür leisten die Försterinnen und Förster tagtäglich vor Ort einen unverzichtbaren Beitrag.“

Wiesbadener Erklärung

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist die Stimme für rund zwei Millionen private und öffentliche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die die Fläche von etwa 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland nachhaltig pflegen und bewirtschaften. Die Mitgliedsorganisationen des DFWR vertreten den Privat-, Staats- und Körperschaftswald, die Forstwissenschaft, die mit der Forstwirtschaft verbundenen berufsständischen Verbände und weitere mit der Erhaltung und Förderung des Waldes und der Forstwirtschaft befasste Organisationen.

Pressemitteilung des DFWR vom 28.04.2026


 


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