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19.03.2026

AGDW - Die Waldeigentümer: Waldeigentümer fordern entschlossenes Handeln von Bund und Ländern in Europa

Bund und Länder müssen dringend auf die Änderung von EU-Vorgaben hinwirken, welche die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland gefährden. Das verlangen der Verband AGDW – Die Waldeigentümer und der Bayerische Waldbesitzverband anlässlich der Agrarministerkonferenz (AMK), die vom 18. bis 20. März 2026 in Bad Reichenhall stattfindet. In einem heute (19.3.) an die Ministerinnen und Minister übergebenen forstpolitischen Forderungspapier betonen die Waldeigentümer insbesondere den akuten Handlungsbedarf bei der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) und bei der bereits im vergangenen Jahr geänderten, aber weiterhin reformbedürftigen EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Produkten (EUDR).

Bundesländer sind schon viel weiter als EU
„Alle Bundesländer, die vor dem Hintergrund des Klimawandels angepasste Waldumbaukonzepte erarbeitet haben, setzen dabei auf flexible, standortangepasste Lösungen mit regional differenzierten Waldentwicklungstypen. Hingegen folgt die W-VO starren Zielvorgaben zur Wiederherstellung bestimmter Lebensraumtypen, die durch den Klimawandel und die einhergehende Standortsdrift vielerorts nicht zu halten sein werden“, erklärt Prof. Andreas Bitter, Präsident der AGDW. Die W-VO-Vorgaben stünden dem dynamischen Ansatz der Bundesländer im Waldumbau entgegen und seien kontraproduktiv für den Aufbau klimaresilienter, leistungsfähiger Wälder.

W-VO-Umsetzung stoppen
Bitter und Bernhard Breitsameter, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, fordern Konsequenzen in Deutschland und auf EU-Ebene: „Die Umsetzung der W-VO muss gestoppt werden, um in Brüssel Zeit für die notwendige Überarbeitung der Verordnung zu schaffen. Dafür kommt der Bundesregierung ebenso wie den Bundesländern mit ihrer starken Präsenz in Brüssel eine wichtige Rolle zu.“

Im Bundesrat ist ein Antrag zur Aussetzung bzw. Überarbeitung der W-VO bereits eingebracht. Die Kritik an der Mitte 2024 in Brüssel beschlossenen W-VO gewinnt in Deutschland und weiteren EU-Staaten zu einer Zeit an Fahrt, da die nationalen Regierungen angehalten sind, bis September nationale Wiederherstellungspläne bei der EU-Kommission einzureichen. Wer für die W-VO-Umsetzung zahlen soll, ist weiter ungewiss. Erst vergangene Woche wurde ein interner Bericht der EU-Kommission bekannt, wonach eine milliardenschwere Lücke bei der W-VO-Finanzierung klafft.

EUDR-Vereinfachungen angemahnt
Dringender Nachbesserungsbedarf besteht auch bei der EUDR, nachdem erste Erleichterungen beschlossen sind und die EU-Kommission weitere Anpassungen bis Ende April prüfen soll. Es drohen nach aktuellem Stand weiterhin erhebliche Belastungen für Waldeigentümer. Gemindert werden können diese durch Vereinfachungen, so bei der Meldepflicht. „Wenn es den rund 1.500 Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen ermöglicht wird, sich mit einer Meldung als Marktteilnehmer zu registrieren und damit die individuellen Berichtspflichten ihrer Mitglieder abzulösen, ließe sich die Zahl der Registrierungen um mehr als 99 Prozent reduzieren“, erläutert Breitsameter. „Das entlastet die EU ebenso wie Hunderttausende Waldeigentümer.“ Außerdem gelte es, bestehende Datenbanken der Bundesländer konsequent zu nutzen bzw. weiterzuentwickeln, um Doppelmeldungen zu vermeiden. Darüber hinaus seien praxisgerechte Vereinfachungen für Erwerbsforstbetriebe notwendig, die bislang wie Großunternehmen behandelt werden. „Die EU-Kommission ist nun aufgefordert den Weg für die erforderlichen EUDR-Anpassungen zu ebnen. Die notwendigen Änderungen ermöglichen den Fokus auf das eigentliche Ziel der Verordnung, den globalen Waldschutz“, betonen Breitsameter und Bitter.

Link zum Download des Forderungspapiers zur AMK


Über AGDW – Die Waldeigentümer

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW – Die Waldeigentümer) vertritt die Interessen des Privat- und Körperschaftswaldes gegenüber Parlamenten, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Mit ihren 13 regionalen Mitgliedsverbänden steht die AGDW für mehr als zwei Drittel der Waldfläche Deutschlands und die rund 2 Millionen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Eine proaktive Waldbewirtschaftung ist für uns Grundlage nachhaltigen Handelns in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir lassen uns leiten vom generationenübergreifenden Verantwortungsbewusstsein für eine in Freiheit und Vielfalt gestaltete Umwelt.

 


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