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09.11.2017

AGDW - Die Waldeigentümer: Forstwirtschaft muss in nächster Sondierungsrunde auf die Tagesordnung

Zu Guttenberg: Forstwirtschaft muss in nächster Sondierungsrunde auf die Tagesordnung

Nachhaltige Forstwirtschaft muss eigene Rolle in Sondierungsgesprächen spielen / Forstbetriebe sind wirtschaftlicher Anker im ländlichen Raum / AGDW-Präsident kritisiert „Wegelagerermentalität des Staates“

„Die nachhaltige Forstwirtschaft mit ihrer Wirtschaftskraft und ihrer starken regionalen Verankerung muss auf die Tagesordnung der kommenden Sondierungsrunde“, forderte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, anlässlich der erneuten Gespräche von Union, Bündnis 90/Die Grünen und FDP am jetzigen Freitag. „Die vielen kommunalen und privaten Forstbetriebe in Deutschland sind ein Anker im ländlichen Raum und die Basis für eine funktionierende Wertschöpfungskette im gesamten Cluster Forst und Holz“. Dieses Cluster bietet rund 1,2 Millionen Menschen in fast 130.000 Betrieben Arbeit und steht für einen Jahresumsatz von gut 180 Milliarden Euro.

Der AGDW-Präsident appellierte an die für die Land- und Forstwirtschaft zuständigen Gesprächspartner der Sondierungsparteien, die Forstwirtschaft, die immerhin für ein Drittel der Landesfläche in Deutschland Verantwortung trägt, als eigenständigen Themenbereich zu berücksichtigen. Die Forstwirtschaft brauche „politische Antworten auf Herausforderungen, die ausschließlich die Waldbewirtschaftung betreffen“, so der AGDW-Präsident.


Daher plädierte zu Guttenberg für eine Reihe von Maßnahmen, die zum Grundtenor einer innovativen und modernen Politik im Bereich Land und Forst gehören müssen. So seien vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte rund um die 23. Klimakonferenz in Bonn (COP23) die Nutzung von heimischem Holz und die Anerkennung der Klimaschutzleistungen der Forstwirtschaft zentrale Forderungen der Waldeigentümer. Dazu zähle z.B. die Erhöhung der Holzbauquote bei öffentlichen Gebäuden, die Überprüfung von Naturschutzmaßnahmen auf ihre Klimawirksamkeit und die Förderung von klimaresistenten Baumarten wie Douglasie, Küstentanne und Roteiche.

„Auf der Agenda der kommenden Bundesregierung muss außerdem ein Marshallplan für den Wald stehen, der eine flächendeckende Pflege und Bewirtschaftung unserer Wälder, insbesondere die der Kleinstwaldbesitzer, ermöglicht“, sagte der AGDW-Präsident. An erster Stelle stehe hier die Etablierung und Professionalisierung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Die strukturellen und organisatorischen Probleme bei den vorherrschenden Eigentümerstrukturen benötigen eine große Kraftanstrengung, die ohne ein deutliches politisches und finanzielles Signal nicht zu bewerkstelligen ist.

In Punkto Naturschutz forderte zu Guttenberg den unbedingten Vorrang von Vertragsnaturschutz vor Ordnungsrecht. Des weiteren müssen wirtschaftliche Einbußen vollständig ausgeglichen und die betroffenen Waldeigentümer bei sämtlichen Planungen und Maßnahmen auf der Fläche beteiligt werden. „Entscheidend ist dabei, dass der Staat von seiner Wegelagerermentalität wegkommt, indem er den Waldeigentümer einerseits vertraglich bindet, die finanzielle Gegenleistung jedoch unter den Vorbehalt verfügbarer Mittel stellt“, sagte der AGDW-Präsident. „Der Staat muss gegenüber dem privaten Waldeigentümer wieder zum verlässlichen Partner werden.“ Und: Wenn der Naturschutz in Deutschland einen so hohen Stellenwert hat, dann muss dem Steuerzahler auch ein entsprechend hoher Etat vermittelbar sein.

„Die nachhaltige Forstwirtschaft ist ein starker Pfeiler im ländlichen Raum“, sagte zu Guttenberg. „Daher ist es für uns von zentraler Bedeutung, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium in der künftigen Regierung eine stärkere Kompetenzzuweisung für den ländlichen Raum bekommt.“

Pressemitteilung der AGDW - Die Waldeigentümer vom 09.11.2017

 


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