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17.07.2019

AGDW und FABLF: Walderhalt und Klimaschutzleistung müssen honoriert werden

AGDW – Die Waldeigentümer und Familienbetriebe Land und Forst fordern eine CO2-Abgabe, die dem Wald und den Waldeigentümern zu Gute kommen soll

Die Spitzenvertreter der AGDW – Die Waldeigentümer und der Familienbetriebe Land & Forst haben jetzt ein eigenes Klimapapier Klimaziele erreichen – Wald erhalten, Ökosystemleistungen des Waldes honorieren! veröffentlicht. Darin fordern die Verbandspräsidenten Hans-Georg von der Marwitz (AGDW – Die Waldeigentümer) und Max von Elverfeldt (Familienbetriebe Land und Forst) eine CO2 - Abgabe und die unmittelbare Honorierung der Ökosystemleistungen des Waldes.
Der Wald sowie der Roh-, Bau- und Werkstoff Holz leisten mit einer jährlichen Speicherleistung von rund 127 Millionen Tonnen CO2 einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz. Zusammen kompensiert das Cluster Forst & Holz damit rund 14 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik. Das entspricht etwa der vom Verkehr verursachten Emissionsmenge.
„Die Bewältigung des Klimawandels zählt zu den größten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte“, sagte von der Marwitz. „Daher muss der Wald für die Stabilisierung des Klimas eine zentrale Rolle spielen.“ Gleichzeitig seien der Wald und mit ihm die Eigentümer von den Wetterextremen als erste betroffen. Sie bekämen die Auswirkungen der Stürme und der Dürre als erste zu spüren. „Es muss für die Eigentümer, die die Wälder mit ihrer nachhaltigen Waldbewirtschaftung pflegen, einen Ausgleich geben.“
„Bei einer CO2-Abgabe liegt der Fokus auf der Honorierung der Klimaschutzfunktion, die von den Eigentümern durch ihre Waldpflege erbracht wird“, sagte Max von Elverfeldt. Die beiden Verbände haben daher ein Zuwachsmodell entwickelt. Danach soll dem Waldeigentümer für die CO2-Bindung, die durch den jährlichen Zuwachs an Holz auf seiner Fläche entsteht, eine Gutschrift erfolgen. So ergebe sich bei einer Vergütung der Ökosystemleistung „CO2-Speicher“ eine potenzielle Honorierung dieser Leistung von 125 Euro pro Jahr und Hektar. Voraussetzung seien eine durchschnittliche Zuwachsleistung von 5 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr und eine Abgabe entsprechend dem aktuellen Zertifikatepreis von 25 Euro pro Tonne CO2, so von Elverfeldt. Ein genaues Berechnungsmodell auf Basis der Forsteinrichtung müsse von den Ministerien in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft entworfen werden.
Die beiden Präsidenten betonten, dass Waldeigentümer und Forstwirtschaft mit ihrer Waldpflege und Nutzung vielfältige Leistungen erbringen: Neben der Klimaschutzfunktion produziere der Wald Sauerstoff, filtere die Luft von Schadstoffen, reinige und speichere das Wasser, bilde das Ökosystem mit der größten Artenvielfalt und biete uns Menschen Raum für Freizeit, Sport und Erholung.
„Der Wald sichert die Lebensgrundlage unserer Gesellschaft“, so Marwitz und Elverfeldt. „Als Waldeigentümer erbringen wir eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, die vielen nicht bewusst sind, und die nicht honoriert werden. Hier braucht es eine Kursänderung“, so der Appell der Präsidenten. Die CO2-Abgabe solle zu dieser Kursänderung beitragen und ein zentraler Hebel sein, um die Wälder vor dem Hintergrund des Klimawandels zu stabilisieren.
Hier finden Sie das Klimapapier sowie hier eine Kurzfassung davon.

Pressemitteilung der AGDW - Die Waldeigentümer vom 17.07.2019

 


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