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Wußten Sie eigentlich, dass ein Quadratmeter Waldboden bis zu 200 Liter Wasser speichern kann und dass ein Löffel von ihm mehr Organismen beherbergt als Menschen auf der Erde leben.

Wussten Sie eingentlich,

dass am 28.02.2011 deutschlandweit 7.395.691 ha nach PEFC zertifiziert sind. Auf NRW entfallen hiervon 608.375 ha. Weitere Informationen finden Sie unter www.pefc.de

Waldbauernverband Waldbauernlehrgang Wald Landtag Forstbetriebsgemeinschaften Uhlenberg Waldbauerntag Remmel Heereman NRW

FAQ - Wir beantworten Ihre Fragen gerne.



  • "Günstig hat´s die Forstpartie, es wächst der Wald auch ohne sie"
    - Stimmt das eigentlich?

    Der Wald als natürliches Ökosystem wächst natürlich auch ohne menschliche Beeinflussung. Die Anforderungen, die wir als Menschen und Gesellschaft an die Leistungsfähigkeit des Waldes haben, sind jedoch vielfältig und stehen oft gleichzeitig und gleichrangig nebeneinander. So nutzen Menschen  den Wald als Trinkwasserquelle, fahren Mountainbike und wollen eine warmen Kamin.
    Die Menschen leben gerne in Holzmöbeln und -häusern deren Holz aus heimischen, nachhaltig beweirtschafteten Wäldern und nicht aus den Tropen stammt. Nicht zuletzt müssen Wälder gegenüber Witterungsextremen stabil und hinsichtlich ihrer tierischen und pflanzlichen Ausstattung artenvielfältig sein. Forstliches Handeln sorgt im besten Fall für einen Ausgleich dieser verschiedenen Interessen am Wald. Ganz konkret kann dies z.B. eine gezielte Pflege und Nutzung bestimmter Baumarten auf passenden Flächen durch Pflanzung oder Förderung der natürlichen Verjüngung sein. Das führt zu Stabilität und Artenvielfalt, die sich bei völligem "Sich-Selbsttüberlassen" erst in sehr langen Zeiträumen und dann auch nur vorübergehend natürlich einstellen würden.
    Die Anforderungen an Holzproduktion und Stabilität und Erholungsraum werden jedoch jetzt gestellt.Ein unbeeinflusst wachsender Wald könnte zudem nicht die Mengen an Holz und vor allem nicht die Qualitäten produzieren, die wir Menschen, z.B. zum nachhaltigen Bauen mit Holz zu Gunsten des Klimas brauchen. Dies würde den Wald nicht "kümmern" , unser aller Lebensgrundlagen jedoch u.U. grundlegend verändern. Nachhaltige Forstwirtschaft strebt deshalb durch gelenktes Ausnutzen, bzw. Nachempfinden von natürlichen Prozessen den stetigen Gleichklang von sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Funktionen des Waldes an.           

  • Muß man mit Maschinen in den Wald fahren, um nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben?

    Auch wenn das zunächst für den Laien widersprüchlich klingt, so werden Maschinen, wie die sogenannten Harvester oder Seilwinden hauptsächlich eingesetzt, um den Wald und den Mensch zu schonen. Moderne technische Hilfsmittel  können den Druck auf den Waldboden verringern und konzentrieren die Bodenveränderung auf wenige im Laufe der Jahrzehnte zur Ernte immer wieder an gleicher Stelle befahrene Bereiche. So muß nicht mehr die gesamte Fläche, wie z.B. in der Landwirtschaft, befahren werden. Ein Harvester ist in der Lage ein Baum am Stammfuß zu packen und ihn mittels einer angebauten Säge auch gleich zu fällen, ihn automatisch zu entasten und einzukürzen. Mit dem langen Greifarm dieses automatischen Gerätes zur Holzernte erreicht der Fahrer von der einmal festgelgten "Waldpflege-Gasse" auch weit entfernte Bäume, ohne direkt dort hinfahren zu müssen. Zudem kann der Greifarm die Fällrichtung auch in einem dicht gewachsenen Bestand steuern. So werden etwaige Schäden am verbleibenden Bestand deutlich verringert. 

    Die Entscheidung, ob die Holzernte mittels Maschinen oder mit besonders ausgebildeten Forstwirten "nur " per Ein-Mann-Motorsäge durchgeführt wird, trifft der studierte Förster. Abhängig vom Gelände, der Größe der Bäume, der Schwere der Arbeit und der Witterung kann es aber durchaus auch sein, daß sogar der Einsatz von Pferden zur Unterstützung beim Transport des Holzes aus dem Bestand Teil des geeigneten Arbeitsverfahrens ist. Zentral bei der Auswahl des Verfahrens und der demenstsprechenden Technik ist immer die weitgehende Vermeidung von Schäden am verbleibenden Bestand. 

  • Warum PEFC?

    PEFC kann mit fünf Kernbotschaften zusammengefasst werden:

    1. Nachhaltigkeit
    • Waldbewirtschaftung mit guten Gewissen
    • Generationenübergreifendes Wirken im Wald
    • Multifunktionalität der Waldprodukte
    • Gestalten mit nachwachsenden Produkten
    • Drei Säulen: ökonomisch, ökologisch und sozial
    • Beitrag zum Klimaschutz
    2. Regionalität
    • Arbeiten in und für Familienforstwirtschaft
    • Gestalten von Heimat und Landschaft
    3. Verfügbarkeit
    • Immer verfügbare Holz- und Nicht-Holz-Produkte
    • Repräsentativität der Interessen des Waldes
    • Holz der kurzen Wege und Bedienung des globalen Marktes
    • Marktzugang
    4. Expertensystem
    • Kontinuierliche Verbesserung
    • "Förster-Zertifikat"
    5. Schlankes System
    • Geringer Verwaltungsaufwand
  • Warum verwendet man zum Holzbau kein Laub- sondern haupsächlich Nadelholz, zumal es soviel Laubholz gibt?  

    Die meisten Verwendungsmöglichkeiten im Bereich des Holzbaus und der Holzwerkstoffe sind derzeit nur mit Nadelholz zu realisieren. Demzufolge sind 95 % des inländischen Schnittholzverbrauchs Nadelholz. Sicherlich wäre es gerade bei den aktuellen Baumartenanteilen am Gesamtbestand der Wälder eine Möglichkeit, mittelfristig das Nadelholz mit seinen günstigen Eigenschaften hinsichtlich Gewicht und Dauerhaftigkeit durch Laubholz mit Qualitäten im Bereich Dichte und Festigkeit zu ersetzen. Für den Innenbereich ist dies auch schon möglich.

    Forschungsbedarf besteht jedoch weiterhin bei der Verwendung von Laubholz für den Außenbereich. Hier ist die Dauerhaftigkeit in bewitterten Bereichen immer noch nicht ausreichend. Es gibt Beispiele für den Einsatz von Buche für Tragwerkskonstruktionen in sogen. Hybridwerkstoffen, einer verleimten Kombination von Nadel- und Laubholz. Die thermische/chemische Modifikation von Laubholz zur Verbesserung der gegenüber dem Nadelholz schlechteren Pilzresistenz und Dimensionsstabilität funktioniert in Teilen, ist jedoch hinsichtlich geeigneter Einsatzbereiche weiter zu erforschen. All diese Alternativen sind gleichwohl hauptsächlich ökonomisch noch nicht so weit ausgereift, als das sie eine signifikanten Anteil am gesamten Holzbau einnehmen würden. Ein Übergang von Nadel- zu Laubholz in der holzbaulichen Verwendung wird noch Zeit brauchen. Nadelholz wird in der stofflichen Verwendung weiterhin dominieren.


 
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