Wald in Zahlen
Der Wirtschaftszweig Forst und Holz beschäftigt rund 1 Million Menschen, umfasst über 160.000 Betriebe und erzielt einen jährlichen Umsatz von etwa 114 Milliarden Euro.
Damit hat die deutsche Forst- und Holzwirtschaft mehr Beschäftigte als die Automobilindustrie und erzielt einen höheren Umsatz als die Elektroindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau.
Quelle: Waldbild November 2007
Der Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen e. V.
ist die freie Vereinigung der privaten Waldbesitzer in NRW und vertritt die Belange von 150.000 Privatwaldbesitzern. Er stärkt die Rechte des Waldeigentums mit seinen vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen und kümmert sich mit seinen regionalen Untergruppen auch um Aufgaben vor Ort
Historie:
Am
20. Mai 1949 wurde der Waldbauernverband NRW gegründet. Die
vorangegangenen Organisationen wurden bereits im Jahr 1933 in den
Reichsnährstand überführt. Die Kreisgruppen wurden 1946 neu gegründet,
in diesem Jahr erfolgte auch die Gründung der der Landesverbände
‚Waldbauernverband Westfalen‘ und ‚Rheinischer Waldbesitzerverband‘.
Auf
dem 1. Waldbauerntag in Schmallenberg wurde Dr. Friedrich Carl Graf von
Westphalen-Fürstenberg zum Präsidenten des Gesamtverbandes gewählt.
Da
Kohle nur sehr schwer zu bekommen war, bestand ein großer Bedarf an
Brennholz. Die Beschaffung von Grubenholz für die Zechen und der Bedarf
an Bauholz für Wiederherstellung und Reparatur von Dächern waren
dringend. Politisch sah Graf Westphalen als seine Hauptaufgabe die
Verfügungsfreiheit der Eigentümer über ihren privaten Waldbesitz und das
Recht ihn nach ihren Zielsetzungen nachhaltig zu bewirtschaften. Bis
zum Jahr 1966 waren auch die Kommunen im Verband vertreten, dann trennte
sich der Kommunale Waldbesitzerverband ab, da die Interessen sich
unterschiedlich entwickelt hatten. Übrigens war Graf Westphalen auch der
erste Vorsitzende der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Deutscher
Waldbesitzerverbände (AGDW).
Gerade in den ‚Wilden 60-ern’ kam
der Gedanke auf, dass die Wohlfahrtswirkungen des Waldes und der
Landschaft für die Erholung der Stadtbevölkerung Vorrang vor den
Eigentümerinteressen bekommen müssen. Mit der Sozialpflichtigkeit des
Eigentums müsse endlich Ernst gemacht werden. Der heute längst überholte
Slogan „Holz kann man importieren, die Wohlfahrtswirkungen des Waldes
nicht“ wurde damals aus der Taufe gehoben.
Im Jahr 1967 wurde
unter Federführung des Waldbauernverbandes die „Holzerzeugergemeinschaft
Sauerland“ gegründet. 1976 beschloss die Mitgliederversammlung,
allerdings die Geschäftseinstellung und Rückzahlung der eingelegten
Geschäftsanteile. Im Jahr 1968 gab Graf Westphalen den Vorsitz im
Verband an Leopold Freiherr von Fürstenberg ab. Unterstützt von den
Landwirtschaftskammern gründete der Waldbauernverband 1971 das „Holzwerk
Mark“. Das Werk musste allerdings 1975 schon wieder Konkurs anmelden.
Die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Waldbauern mit den Forstbeamten
der Landwirtschaftskammer vor der Errichtung der Einheitsforstämter (im
Jahr 1971 mit Hoheit plus Beratung) durch das novellierte
Landesforstgesetz wurde nach anfänglichen Zweifeln dann auch mit diesen
fortgesetzt. Alexander Baron von Elverfeldt wurde der Nachfolger von
Baron Fürstenberg, in den Jahren 1973 – 1989. Unter seinem Vorsitz wurde
das freie Betretungsrecht des Waldes für jeden Bürger zum Zwecke der
Erholung per Gesetz verfügt.
Das Thema ‚Waldsterben fiel
sowohl in die Zeit seines Vorsitzes, als auch in die Zeit seines
Nachfolgers Phillip Fürst zu Salm-Horstmar 1989 - 1997. Die verstärkte
Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes wirkte sich aus, man sprach über die
Forstwirtschaft. Die erhebliche Verminderung des SO2 -Ausstoßes der
Kraftwerke ist unter anderen auch auf den Einsatz der Verbandsmitglieder
zurückzuführen. Allerdings trafen in den gegründeten Beiräten auf
Stadt-, Kreis- und Landesebene jetzt auch „Nützer“ und „Schützer“
zusammen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten rückten die Vertreter des
Verbandes in die Vorstände vor. In diese Zeit fiel dann auch der
gesetzlich verankerte Vertragsnaturschutz, der in den Warburger
Vereinbarung im Jahr 1994 gipfelte.
Nachfolger von Fürst zu
Salm-Horstmar wurde Dietrich Graf von Nesselrode (1997 – 2009). Direkt
nach Beginn seiner Arbeit, wurde zur Zertifizierung der Wälder in NRW
das Siegel ‚PEFC’ ohne staatliche Unterstützung gegründet. Im Jahr 2007
fegte der Sturm ‚Kyrill’ plötzlich die aufkeimende Hoffnung auf wieder
steigende Holzpreise weg. Gerade hatte der Käufermarkt wieder zum
Verkäufermarkt gedreht.
Anfang des neuen Jahrhunderts sahen sich die Waldbesitzer mit einem Verfahren des Bundeskartellamtes zur Holzvermarktung durch die staatliche Forstverwaltung konfrontiert. Das Bundeskartellamt sah die monopolartige Holzvermarktung durch staatliche Stellen sehr kritisch. Als Konsequenz wurden mit Unterstützung der damaligen Landesregierung und unter Federführung des Waldbauernverbandes im Jahr 2005 in Südwestfalen drei Forstwirtschaftliche Vereinigungen gegründet. Im Münsterland wurden die Dienstleistungen der bestehenden Naturstoff- und Dienstleistungszentrale Land und Forst mit Sitz in Saerbeck weiter ausgebaut. Auch um den Waldbesitzern in Zeiten von Kyrill eine Perspektive zu geben, gründeten die Forstwirtschaftlichen Vereinigungen im Jahre 2007 ohne Untersützung staatlicher Stellen die eigenständig wirtschaftende Holzverkartunggesellschaft "WaldHolz Sauerland GmbH" mit Sitz in Olpe. Die Umwandlung der Forstverwaltung im Jahre 2005 in einen Landesbetrieb, die einer Verstaatlichung der forstlichen Betreuung gleichkam, und die Forstreform im Jahre 2008 haben in der forstlichen Landschaft des Landes NRW sehr deutliche Spuren hinterlassen.
Genau in das Ende der Amtszeit von Graf von Nesselrode und den Beginn
der Arbeit von Philipp Freiherr Heereman (seit 2009) fiel die seit
langem notwendige Strukturreform des Waldbauernverbands NRW, die durch
den Landesverbandsausschuss am 8. Juli 2010 beschlossen wurde und mit
einer Änderung der Satzung am 27. September 2010 durch den einberufenen
Waldbauerntag beendet ist.
Das Interesse der Waldbesitzer in
Nordrhein-Westfalen an ihren Forstflächen ist außerordentlich
unterschiedlich. Es reicht von der alleinigen Existenzgrundlage des
Waldbauern über die Sparkassenfunktion im bäuerlichen Gemischtbetrieb
und für Familien mit andern Haupteinkommensquellen bis zu denen, die
ihren Wald als überkommenes Erbe lieben und seine Pflege zum Hobby
gemacht haben. Was sie eint ist die Bedeutung des Eigentums. Der
Waldbauernverband NRW hat sich seit seiner Gründung zur Aufgabe gemacht,
all diese Gruppierungen zu vertreten.
Das leisten wir:
- Wir setzen uns für die Stärkung aller Waldfunktionen ein
- Wir setzen uns für das Recht auf Eigentum und Freiheit der Bewirtschaftung ein
- Wir beeinflussen die Rahmenbedingungen für eine leistungsorientierte, nachaltige Forstwirtschaft
- Wir entwickeln und unterstützen freiwillige vertragliche Vereinbarungen rund um die Waldwirtschaft
- Wir beraten, fördern und unterstützen private Forstbetriebe
- Wir unterstützen die Bildung von Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen
- Wir beraten in Fragen der Zertifizierung
- Wir unterstützen bei Rechtsanfragen rund um die Waldwirtschaft
- Wir leisten Öffentlichkeitsarbeit
- Wir informieren unsere Waldbesitzer über aktuelle Entwicklungen durch Email sowie Briefverteiler
In folgenden AGDW-Ausschüssen ist der Waldbauernverband vertreten:
- Ausschuss für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
- Ausschuss für Rechts- und Umweltfragen
- Ausschuss für Steuerfragen
- Arbeitskreise gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Grundbesitzerverbände
